Orientierung

 

 

Orientierung bedeutet das Bestimmen
 des eigenen Standortes, das Ausrichten nach den Himmelsrichtungen,

das Herstellen einer Beziehung zum umgebenden Gelände!
 ..... oder, mal anders ausgedrückt wo geht's lang ?

 

Der Vollständigkeit sei gesagt : Die folgenden Informationen gelten nur für Gebiete auf der nördlichen

Hemisphäre unseres Planeten und zwar wiederum nur nördlich des Breitengrades von 23,5 Grad

(dem Wendekreis des Krebses). Glücklicherweise fällt aber das gesamte Europa darunter.

Manches hier dargestellte funktioniert auch auf der Südhalbkugel, nur muß dann schon mal Norden mit Süden

getauscht werden.

 

Grundsätzlich : Eselsbrücken :  

 

Die 3 O`s : Orienttiere dich am Orient, den die Sonne aufgeht ist Osten auf !

 

Die Sonne ist rund wie ein O = Osten.

 

Im Osten geht die Sonne auf, im Süden macht sie ihren Mittagslauf, im Westen wird sie unter gehen,

im Norden ist sie nie zu sehen !

 

Die Wetterseite ist die schlechte Seite und ist immer NORDWEST.

 

WO ist Westen ? Westen /Osten

 

Ameisenhaufen

werden meist am Stammfuß eines Baumes und immer gegen die Sonne (also nach SÜDEN hin)

errichtet. Der Eingang zu einem Ameisenhaufen wird meist ebenfalls im Süden angelegt.

 

Bäume

weisen auf der Wetterseite ein wegen verminderten Wachstums (kürzeres Äste) und enger anliegende

Jahresringe auf. Freistehende Bäume sind oftmals durch den stetigen Wind  nach Südwesten geneigt.

Die Rinde ist an der Wetterseite deutlich grob und rissig, an der Wetterseite abgewandten Seite des Stammes

aber ebenmäßig und lässt sich einfacher in große Stücken abschälen.

Die Wetterseite ist oftmals mit Moosen oder Flechten bewachsen, da Sie durch den stetigen Wind ständig

mit Feuchtigkeit versorgt werden.

 

Behelfskompass

Eine weitere Möglichkeit ist der Behelfskompass - Marke Eigenbau. Vielleicht habt Ihr in Eurem

Überlebensgürtel eine Nähnadel. Daraus könnt Ihr einen Kompass bauen. Sucht Euch eine ruhige Pfütze

oder etwas ähnliches.Es geht auch ein Plastikbecher, Glas, Kokosnußhälfte usw. Füllt den Behälter mit Wasser.

Dann nehmt Ihr die Nadel und reibt die Spitze an Eurem Wollpullover, Euren Haaren o.ä. Dadurch wird die Nadel

magnetisiert. Aus Euren Ohren holt Ihr etwas Ohrenschmalz und schmiert die Nadel damit ein. Dafür könnt Ihr

auch Fett vom Braten, vom Schlachten, Knochenmark o.ä. nehmen. Jetzt bildet Ihr aus zwei Stücken Nähgarn

zwei Schlaufen und hängt die Nadel hinein. Behutsam lasst Ihr die Nadel auf die Wasseroberfläche nieder und

zieht die Schlaufen nach außen weg. Durch das Fett und die Oberflächenspannung des Wassers schwimmt die

Nadel und pendelt sich in Nord-Südrichtung ein. Das kann einen Moment dauern. Anstatt des Nähgarns könnt Ihr

auch Grashalme nehmen. Oder Ihr legt die Nadel auf ein kleines Stück Papier im Wasser. Wenn sich das Papier

vollgesogen hat und absinkt, bleibt die Nadel oben und schwimmt. Aber Achtung: Alle metallischen Gegenstände,

die magnetisch sein könnten, müssen weit weg liegen. Und keine Metallgefäße benutzen...Sicher geht Ihr, wenn

Ihr den Vorgang einige Male wiederholt. Pendelt sich die Nadel immer in der gleichen Richtung ein, könnt Ihr davon

ausgehen, dass Euer "Kompass" stimmt.

 

Grabsteine

jüdischer Begräbnisstätten zeigen mit der hebräischen Inschrift nach OSTEN.

 

Grasbüschel

an ungeschützten Stellen sind zur Wetterseite hin von kurzem, struppigem Wuchs, auf der entgegen gesetzten Seite

haben sie das Bestreben, sich am Boden anzuschmiegen und sind auch länger.

 

Blumen  

(sonnenwendige Blumen wie z.B. Sonnenblumen) richten sich nach SÜDEN zur Sonne aus.

 

Häuser

(einzelen oder freistehende) in ländlichen Gegenden sind an der Wetterseite oft mit Schindeln oder Eternit verkleidet;

die Fenster zeigen nach SÜDEN.

 

Insekten

vor allem Ohrenkäfer und Borkenkäfer, nutzen als Wärmequelle die Sonne. Folglich finden wir Sie häufiger auf der

SÜDWestseite von Bäumen oder Häusern.

 

Jagensteine

stehen in Wäldern meist an der Südwestecke eines Jagens.

http://de.wikipedia.org/wiki/Abteilung_(Forstwirtschaft)

 

Kirchen

wurden früher meist in Ost-West-Richtung gebaut. Der Eingang liegt im WESTEN, und die Sonne

geht über dem Altar im OSTEN auf.

 

Moose oder Flechten bewachsen, auf der Wetterseite von Bäumen oder Gebäuden. Durch den stetigen Wind

ständig werden Sie dort mit Feuchtigkeit versorgt und wachsen somit besser.

 

Schattenkompass

Auf einer sauberen, ebenen Fläche wird ein ca. fingerlangen Stab, der nach oben etwas zugespitzt sein sollte,

senkrecht in den Boden gesteckt. Am Anfang ist es sehr günstig, den höchsten Stand der Sonne abzuwarten,

wenn sie also im sog. Zenit steht ! Laut Uhrzeit wäre das um exakt 12.00 Uhr. Denn zu diesem Zeitpunkt zeigt

der Schatten eindeutig nach Norden. Die anderen Himmelsrichtungen ergeben sich dann automatisch.

Also, der Schatten zeigt um 06.00 Uhr  nach Westen, um 09.00 Uhr nach Nordwesten, um 12.00 Uhr  nach Norden,

um 15.00 Uhr  nach Nordosten; um 18.00 Uhr  nach Osten. Somit zeigen, grob geschätzt, frühmorgens lange

Schatten nach Westen, mittags kurze Schatten nach Norden, abends lange Schatten nach Osten. Selbst bei

verdeckter Sonne sind Schatten durchaus noch erkennbar. Diese Methode ist vor allem wenn man z.B. längere

Zeit am selben Ort bleiben möchte sehr von Vorteil da dieser Kompass zugleich eine  Sonnenuhr ist.

 

Schnee

der vom Wind angeweht wurde,  liegt an der Nordwestseite von Bäumen oder Gebäuden.

Schnee taut an Südseiten, -rändern und -hängen zuerst

 

Sonne

"Sol oriens" - die Richtung der aufgehenden Sonne - markierte am deutlichsten die wichtigste Himmelsrichtung

der alten abendländischen Welt. Sie wies nämlich in den Orient (Osten, östliche Welt, Morgenland), der früher

als Zentrum des geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens galt.
Das Wort Orientierung stammt eigentlich aus dem lateinischen und heißt übersetzt
"Aufgang der Sonne" - also Osten! Daher auch die Bezeichnung Orient für alle Länder, die zum Sonnenaufgang hin liegen.

Ursprünglich war die Bezeichnung eine reine Richtungsangabe, wird aber heute im übertragenen Sinne

auch für ein Zurechtfinden allgemein verwendet.

 

Trigonometrische Punkte

dienen der Landvermessung und sind durch quadratische Steine markiert. Das auf der Stirnseite eingemeißelte Kreuz

zeigt die Richtung NORD-SÜD und OST-WEST an. Wenn man vor den Buchstaben T.P. (trigonometrischer Punkt)

mit Blick über das Kreuz steht, dann schaut man nach NORDEN. Das T.P. zeigt demnach nach Süden.

Gegenüber an der Nordseite steht ein N oder ein Dreieck.

 

Weingärten liegen fast immer an SÜDhängen von Bodenerhebungen.

 

Windmühlen (z.B. die Bockwindmühle),
auf deren Unterbau ein sog. Flügelkreuz fest angebracht ist.

Dieses Kreuz ist der nach NORDWEST zugewendet. Also der Himmelsrichtung aus der stetig (fast immer) der Wind weht.